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Sankt Gotthard (Berg) Artikel
Das Gotthardmassiv ist ein Gebirgsmassiv in der Schweiz auf der Grenze der Kantone Graubünden, Tessin, Wallis und Uri, benannt nachdem heiligen Gotthard von Hildesheim. Gleichzeitig verläuft durch das Gotthardmassiv die europäische Wasserscheide zwischen Mittelmeer und Nordsee. Hier entspringen unter anderem die beiden Quellflüsse des Rheins, der Vorderrhein und Hinterrhein, aber auch die Rhone, die Reuss und der Tessin (Fluss). Das Gebirgsmassiv besteht überwiegend aus Gneis. Höchster Berg ist das Tritthorn (italienisch Pizzo Centrale) mit 3002 Metern Höhe. Einen eigentlichen Berg mit dem Namen "Gotthard" gibt es nicht.
Der Sankt Gotthard-Pass (italienisch San Gottardo) war lange Zeit die wichtigste Nord-Süd-Verbindung über die Alpen.
Der Pass verbindet die Ortschaften Andermatt (in der Talschaft Urseren) in dem Kanton Uri und Airolo (im Valle Leventina) in dem Kanton Tessin.
Die alte Straße in der Tremola-Schlucht
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Die alte und die neue Teufelsbrücke in der Schöllenenschlucht
Die Geschichte des Gotthardpasses beginnt erst mit dem Mittelalter, die Römer haben ihn wahrscheinlich nicht benutzt. Als die Langobarden in dem Jahr 569 von Süden her über den Pass eindrangen, bauten sie über die Reuss eine in Ketten hängende Brücke. Zu Zeiten Karls des Großen wurde der Weg für Saumtiere hergerichtet. Die langobardische Brücke wurde 1198 durch die sicherere (alte) Teufelsbrücke in der Schöllenenschlucht an der Nordrampe ersetzt, der daraus resultierende Verkehrszuwachs über den Pass war das auslösende Moment zur Gründung der schweizerischen Eidgenossenschaft in dem Jahre 1291. Das älteste Gebäude des Passes ist die Kapelle, die zwischen 1160 und 1176 vom Mailänder Erzbischof St. Galdinus zu Ehren des erst kurz vorher kanonisierten Heiligen Gotthard geweiht. 1629 wird durch Federico Borromeo eine Herberge auf der Passhöhe errichtet, die seit 1683 von den Kapuzinern besorgt wird. 1707 wurde der Tunnel des Urner Loches gesprengt und dadurch die Zugänglichkeit des Bergs wesentlich erleichtert. Noch aber blieb die Straße bloß ein 3-4 m breiter, mit großen Rollsteinen gepflasterter Saumpfad.
siehe auch: Sage über den Bau der Teufelsbrücke - Teufelsstein
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Auf einer Strecke von rund 110 Kilometern verbindet die Gotthardstraße die Orte Altdorf und Biasca, während der gleichnamige Pass in Andermatt beginnt und in Airolo endet. Von 1819 bis 1826 wurde das erste Teilstück von Amsteg nach Göschenen gebaut. Mit dem Bau der eigentlichen Passstraße wurde 1827 begonnen. Die Straße wurde 1830 fertig gestellt. Auf der Südrampe wurde in späterer Zeit die alte Passstraße durch eine neue mit einem günstigeren Verlauf ersetzt, die alte auch Via Tremola genannte Straße kann aber zusätzlich befahren werden.
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Zahlen und Fakten zu dem Gotthard-Pass |
- Passhöhe: 2.108 Meter
- Steigung: rund 12 Prozent
- Passlänge: 27 Kilometer, zwischen Andermatt und Airolo
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Die Südrampe des St. Gotthard-Passes, in dem Hintergrund ist die Ausfahrt aus dem Eisenbahntunnel erkennbar
Von 1872 bis 1882 wird der Eisenbahntunnel der Gotthardbahn gebaut. Überwiegend werden italienische Gastarbeiter beschäftigt. Bei den Tunnelarbeiten sterben 177 Männer, darunter auch der projektleitende Ingenieur Louis Favre. Die neugebaute Eisenbahnlinie sorgte für einen wirtschaftlichen Aufschwung in dem Tessin. Ein Denkmal für die Opfer des Eisenbahntunnelbaus, geschaffen vom Künstler Vincenzo Vela , ist in Airolo zu finden.
Derzeit noch in dem Bau befindlich ist die Neue Alpentransversale. Deren Kernprojekt, der Gotthard-Basistunnel, ist ein neuer, ungefähr 57 km langer Eisenbahntunnel zwischen Erstfeld und Bodio. Er wird nach Fertigstellung (voraussichtlich 2012 ) der längste Tunnel der Welt sein. Er soll in Verbindung mit dem Lötschberg-Basistunnel (34,6 km) die Fahrzeit Zürich - Mailand durch den Einsatz von Hochgeschwindigkeitszügen (200-250 km/h) um über eine Stunde verkürzen (dzt. 3 Std.) und wird damit nicht ca. zu einer ernstzunehmenden Konkurrenz zu dem Auto/LKW, sondern auch zu dem Flugzeug. Durch den Gotthard-Basistunnel soll die Transportleistung auf der Schweizer Nord-Süd-Achse verdoppelt werden.
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Zahlen und Fakten zu dem neuen Bahntunnel |
- Fertigstellung: vor. 2012
- Länge: 57 Kilometer
- Züge/Tag: 200-250
- Transportleistung: 40 Mio Tonnen/Jahr
- Durchschnittsgeschwindigkeit 160 km/h
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St. Gotthard-Tunnel bei der Durchfahrt
Von 1970 bis 1980 wird der Straßentunnel gebaut und am 5. September 1980 eröffnet. Dieser ist das Herzstück der Schweizer Nationalstraße A2 von Basel nach Chiasso und damit der kürzesten europäischen Autobahnverbindung zwischen Hamburg und Sizilien.
Am 24.10 2001 kommt es durch den Zusammenstoß zweier Lastwagen zu einer Brandkatastrophe in dem Tunnel. Elf Menschen sterben bei dem Unglück. Der Tunnel war über Monate wegen Sanierungsarbeiten geschlossen.
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Zahlen und Fakten zu dem Strassentunnel |
- Länge: 17 Kilometer
- Fahrzeuge pro Tag: 5000, davon 4000LKW
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Die Nordrampe mit der Schöllenenschlucht
12. Jahrhundert - Bau einer Kapelle zu Ehren des Heiligen Gotthard
- 1220 - der Saumpfad über den Gotthard wird eröffnet, fünf Jahre später wurde die erste Rheinbrücke in Basel gebaut.
- 14. Jahrhundert - das Hospiz am Pass wird gebaut
- 1830 - die Straße über den Gotthardpass wird fertiggestellt
- 1872 - 1882 - Bau des Eisenbahntunnels, 177 Arbeiter sterben während der Bauarbeiten
- 1928 - das Denkmal für den Waadtländer Flieger Guex wird gebaut
- 1970 - 1980 - Bau des Straßentunnels durch den Gotthard
- 24.10 2001 - Brandkatastrophe in dem Tunnel
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- So stets steigend, kommt Ihr auf die Höhen
- Des Gotthards, wo die Ewg'en Seen sind
- Die von des Himmels Strömen selbst sich füllen
- Dort nehmt Ihr Abschied von der deutschen Erde,
- Und muntern Laufs führt Euch ein andrer Strom
- Ins Land Italien hinab, Euch das gelobte -
Wilhelm Tell, im gleichnamigen Schauspiel von Friedrich Schiller (1804)
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